Am Kreuzchen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte der heutige Fellerhof zur Abtei St. Maximin in Trier. Sie war im Mittelalter lange Zeit das bedeutendste Kloster der Benediktiner nördlich der Alpen. In vielen Ortschaften der Mosel, in Eifel und Hunsrück besaß das Kloster landwirtschaftliche Güter, deren Ertrag die ökonomische Existenz der Ordensgemeinschaft sicherte.

Auf dem Gutshof in Fell arbeiteten zahlreiche Tagelöhner, Knechte und Mägde. Nahm man es in Kirchenkreisen mit der eigenen Moral auch oft nicht besonders genau, um so strenger verfuhr man mit den kleinen Leuten und Untergebenen. Als man eines Tages auf dem Feller Hof entdeckte, daß eine der Mägde unverheiratet schwanger war, jagte man sie mit Schimpf und Schande vom Hof.

Hochschwanger, gedemütigt und mittellos versuchte sie zu Fuß das Dorf zu erreichen. Ihre innere Verzweiflung und der weite Fußmarsch waren zuviel im fortgeschrittenen Stadium ihrer Schwangerschaft und lösten die Wehen aus. Sie mußte allein ihr Kind am Wegrand zur Welt bringen. Ihr Kind und sie überlebten die Geburt nicht.

Zur Erinnerung an dieses traurige Ereignis stellte man an der Stelle, wo sie starb, ein einfaches Holzkreuz auf.